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Zehetmair und die Rechtschreibreform

 
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Deutschlehrer
Gast





BeitragVerfasst am: Mo Nov 29, 2004 10:38 pm    Titel: Zehetmair und die Rechtschreibreform Antworten mit Zitat

Montag 29. November 2004, 13:20 Uhr
Bayerischer Ex-Kultusminister soll Rat für Rechtschreibung leiten

Bonn (AP) Der frühere bayerische Kultus- und Wissenschaftsminister Hans Zehetmair soll Vorsitzender des Rates für deutsche Rechtschreibung werden. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Doris Ahnen, kündigte am Montag in Bonn an, das Gremium werde am 17. Dezember in Mannheim zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten und solle dabei auch den Vorsitzenden wählen.

Der im Oktober eingesetzte Rechtschreibe-Rat soll noch vor dem endgültigen Inkrafttreten der Rechtschreibreform zum 1. August 2005 Korrekturen an einigen besonders strittigen Regeln der Reform vornehmen. Der Rat solle die Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum bewahren, die Entwicklung der Sprachpraxis beobachten und das orthografische Regelwerk im notwendigen Umfang weiterentwickeln, erklärte Ahnen. Kurzfristig solle er sich vor allem der Bereiche Getrennt- und Zusammenschreibung, Fremdwörter und Interpunktion annehmen.

Die Kultusministerkonferenz habe die wichtigsten Gruppen aus Wissenschaft und Praxis, die sich mit Fragen der Orthografie beschäftigten und über besondere Erfahrungen in der Anwendung und Vermittlung von Schreibregeln verfügten, um eine Mitarbeit in dem Rat gebeten, erklärte das Gremium. Dem Rat sollten 18 Mitglieder aus Deutschland, neun aus Österreich und neun aus der Schweiz angehören. Der Vorschlag der Kultusministerkonferenz für die Besetzung des Ratsvorsitzes sei bereits von Österreich und der Schweiz wohlwollend aufgenommen worden, erklärte Ahnen. Zehetmair bringe «beste Voraussetzungen dafür mit, dass der Rat seine verantwortungsvolle Aufgabe erfolgreich gestalten kann».

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung sowie der PEN-Club hatten eine Mitarbeit in dem Rat abgelehnt. Beide Organisationen gehören zu den Kritikern der Rechtschreibreform und bezweifeln die Arbeitsfähigkeit des neuen Gremiums.
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J.Bogar



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BeitragVerfasst am: Fr Apr 08, 2005 6:53 pm    Titel: Rechtschreib-Rat rückt von Reform ab! Antworten mit Zitat

Rechtschreib-Rat rückt von Reform ab: Mehr Zusammenschreibung

Rechtschreibrat
Arbeitspapier des Rates für Deutsche Rechtschreibung.


München - Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat entgegen der 1996 beschlossenen Reform dafür plädiert, wieder mehr Verben zusammenzuschreiben. Der Gremiumsvorsitzende und bayerische Ex-Wissenschaftsminister Hans Zehetmair sagte, künftig sollte krankschreiben, kranklachen oder vollquatschen nicht mehr getrennt geschrieben werden.
Denn in solchen Fällen hätten die Wörter eine «idiomatisierte Gesamtbedeutung», das heißt sie bilden vom Sinn her eine Einheit. Endgültige Beschlüsse will der Rat aber erst im Juni fassen. «Wir kommen voran, aber es ist mühsam», sagte Zehetmair.

Die Getrennt- und Zusammenschreibung war an dem neuen Regelwerk besonders umstritten. Grundsätzlich sollte aber möglichst immer getrennt geschrieben werden, hieß es. Nun aber lockere man diese «Partout-Regelung», erläuterte Zehetmair. Er gehe davon aus, dass die jetzigen Vorschläge einer Arbeitsgruppe im Juni bei einem Plenartreffen des Rates für deutsche Rechtschreibung die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit finden, sagte Zehetmair. Die Kultusministerkonferenz (KMK) habe signalisiert, dass sie sich dem Votum des Rates nicht verschließen werde. «Ich rate es auch nicht», sagte Zehetmair an die Adresse der KMK.

Die KMK teilte am Freitag mit, sie werde über die neuen Vorschläge erst entscheiden, wenn auch Verbände dazu angehört worden seien. Dazu gehörten vor allem Vertreter der Schulen, insbesondere der Lehrer- und Elternvertretungen, sowie Behörden. Die KMK hatte im vergangenen Jahr beschlossen, den Rat für deutsche Rechtschreibung einzusetzen. Er soll bis zur verbindlichen Einführung der neuen Schreibweisen in Schulen und Behörden zum 1. August 2005 Empfehlungen zu besonders strittigen Fällen geben. In dem Gremium sind unter anderem auch Fachleute aus Österreich und der Schweiz vertreten.

Den neuen Vorschlägen zufolge sollen nun Verben wie kaltstellen, übrigbleiben, heiligsprechen, richtigstellen, zufriedenstellen und verlorengehen wieder zusammengeschrieben werden. Auch beim Zusammentreffen von Adverbien und Verben wie bei auseinandersetzen oder vorhergehen ist in vielen Fällen wieder eine Zusammenschreibung vorgesehen. Auch bei eislaufen, kopfstehen, festnageln oder leidtun rückte der Rat von dem ursprünglichen Regelwerk wieder ab. Den Empfehlungen zufolge muss im Einzelfall geprüft werden, ob das Adverb noch ein selbstständiges Wort oder nur noch Verbpartikel sei. Neben Acht geben, Acht haben, Halt machen und Maß halten sollen als Varianten auch die zusammengeschriebenen Formen wieder zugelassen werden. Ebenso soll es wieder in einem Wort kennenlernen heißen.

Klärungsbedarf sieht die Arbeitsgruppe noch bei Verben wie laufen lernen oder spazieren gehen. «Es ist ein schwieriger Ritt», sagte Zehetmair zur Reformdebatte. Aber es sei ein großer Erfolg, dass die Kritiker der Rechtschreibreform nun auch im Rat für deutsche Rechtschreibung mitarbeiten. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und der deutsche PEN hatte zeitweise eine Mitarbeit abgelehnt, wegen der ihrer Ansicht nach zu einseitigen Besetzung des Gremiums mit Reformbefürwortern. Den PEN vertritt jetzt der Sprachwissenschaftler Theodor Ickler. Er hatte die Reformvorschläge bereits als «massive» Änderung und «radikalen Neuansatz» bezeichnet. Eine weitere Arbeitsgruppe soll sich nun mit der Interpunktion und der Worttrennung am Zeilenende befassen.


© dpa - Meldung vom 08.04.2005 18:06 Uhr
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Anarchowortspielerin



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BeitragVerfasst am: Mo Apr 11, 2005 3:19 am    Titel: Die sogenannten oder so genannten Experten Antworten mit Zitat

Leserbrief aus der PNP vom 11.04.05.

Setzen! Fünf!

Zum Bericht „Teilweise Rückkehr zu alten Schreibregeln“ vom 9. April: „Das kann ja was werden mit der Reform der Rechtschreibreform! Da wurde uns die neue Rechtschreibung im Schnellverfahren aufgezwungen, die Verantwortlichen in der Politik haben - ein paar wenige ausgenommen - schnell alles abgesegnet. Nun beschäftigt sich ein so genannter (nach neuer Rechtschreibung muss ja so genannt getrennt geschrieben werden, aber kaum jemand hält sich daran) Rechtschreibrat mit der Reform und schlägt Änderungen vor. Der Bericht lässt aber Schlimmes befürchten. Denn wenn Hans Zehetmair als Vorsitzender des Gremiums drei Beispiele bringt, nämlich dass krankschreiben, kranklachen und vollquatschen wieder zusammengeschrieben werden sollen, dann wäre ihm ein Blick in den neuen und alten Duden zu empfehlen. Darin kann er finden: kranklachen wird heute wie vor der Reform sowieso zusammengeschrieben, krankschreiben wird nach neuer Rechtschreibung ebenfalls zusammengeschrieben, vor der Reform allerdings nicht! Richtig liegt er nur bei voll quatschen, das nun getrennt geschrieben werden muss. Bei drei Beispielen also nur 33,3... Prozent richtig. In der Schule bedeutet das: Setzen! Fünf!“

Claudia Peschl
Fürsteneck
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galilei
Gast





BeitragVerfasst am: Mo Apr 11, 2005 8:24 am    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist schon verwunderlich, mit welch nebensächlichem Mist sich hochbezahlte Bildungsfunktionäre beschäftigen, während unser Schulsystem immer schneller den Bach runtergeht.

Haben die nicht Besseres zu tun, als sich über ein Leerzeichen mehr oder weniger den Kopf zu zerbrechen?
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Manfred Moser



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Beiträge: 1261
Wohnort: Gilching

BeitragVerfasst am: Mo Apr 11, 2005 8:57 pm    Titel: Re: Die sogenannten oder so genannten Experten Antworten mit Zitat

Anarchowortspielerin hat Folgendes geschrieben:
Leserbrief aus der PNP vom 11.04.05.

Setzen! Fünf!

... Bei drei Beispielen also nur 33,3... Prozent richtig. In der Schule bedeutet das: Setzen! Fünf!“


Nööö, eindeutig SECHS - für eine Arbeit, in der von drei Wörtern zwei falsch sind.
Zehetmaiers Beispiel ist ja für sich schon fast ein Fall für den Analytiker.
"Kranklachen" ja - über die GESAMTE unsägliche Dämlichkeit dieser Reform.
Deshalb weg damit, und zwar total, statt ewig neue Eiertänze um Bindestrich und Groß und Klein!
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Hielscher



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BeitragVerfasst am: Do Apr 14, 2005 11:42 pm    Titel: A propos Mist - hier mal was zum Schmunzeln Antworten mit Zitat

Neue Mistkäfer-Arten werden nach Mitgliedern der US-Regierung benannt

In der März-Ausgabe des 'Bulletin of the American Museum of Natural History' wurden drei neue Mistkäfer-Arten vorgestellt, die die Namen von Mitgliedern der US-Regierung tragen.

Die US-Insektenforscher gaben den Insekten die Namen von George W. Bush (Agathidium bushi), Dick Cheney (Agathidium cheneyi) und Donald Rumsfeld (Agathidium rumsfeldi).

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Mein Kommentar: Vielleicht werden ja noch ein paar neue Arten entdeckt. Politiker, die als Taufpaten in Frage kämen, gibt es ja genug in good old Germany!

Links dazu (damit's auch alle glauben):
http://www.bioone.org/bioone/?request=get-abstract&issn=0003-0090&volume=291&issue=01&page=0001
Quelle:shortnews.stern.de
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J.Bogar



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BeitragVerfasst am: Sa Jul 16, 2005 5:18 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Der erste Erfolg Zehetmairs ist da:

16.07.2005 14:16 Uhr


Rechtschreibung

Drei Unions-Ministerpräsidenten
wollen Reform stoppen

Die Ministerpräsidenten von Bayern und Nordrhein-Westfalen, Stoiber und Rüttgers, wollen die Einführung der neuen Regeln verschieben. Inzwischen hat sich auch Niedersachsens Landeschef Wulff den Verweigerern angeschlossen.



"Verbindlichkeit statt Beliebigkeit ist bei der Rechtschreibung von entscheidender Bedeutung. Aus schulpraktischen und pädagogischen Gründen wäre eine weitere, zeitlich befristete Beibehaltung der gegenwärtigen Übergangsregelung besser als die beschlossene Neuregelung", sagte Wulff der Berliner Morgenpost am Sonntag und der Welt.

Edmund Stoiber (CSU) kündigte zuvor in der Bild am Sonntag an: „Bayern wird die Rechtschreibreform zum 1. August nicht in Kraft setzen. Wir wollen warten, bis der Rat für Rechtschreibung in den nächsten Monaten seine Empfehlungen für Korrekturen vorlegt.“





mehr zum Thema

Die zwei Teile der Rechtschreibreform
Strittiges und Unstrittiges

Treffen der Ministerpräsidenten
Unterwegs zur Reform der Rechtschreibreform

Debatte über Rechtschreibreform
12 von 16 Bundesländern gegen Rückkehr zur alten Schreibweise





Diese wolle er dann übernehmen. Es mache keinen Sinn, die Reform jetzt verbindlich einzuführen und schon im nächsten Jahr wieder Änderungen vorzunehmen, ergänzte Stoiber.

Der Spiegel berichtete zudem, dass Bayern die bisher geltende Übergangsfrist, in der außer den neuen auch die alten Schreibweisen gültig waren, „bis auf weiteres verlängern“ will.

Dieser Entscheidung habe sich auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident angeschlossen. „Wir wollen den Empfehlungen des Rates zum Erfolg verhelfen“, sagte und Jürgen Rüttgers (CDU) dem Magazin.





Jürgen Rüttgers (li.) und Edmund Stoiber
Foto: dpa


Damit stellen sich die Ministerpräsidenten gegen die Kultusministerkonferenz: Diese hatte Anfang Juni einstimmig beschlossen, die unstrittigen Teile der Reform zum 1. August für Schulen und Behörden verbindlich werden zu lassen.

Der Rat will bis Sommer 2006 die noch strittigen Reformteile überarbeitet haben. Dabei soll nicht das Regelwerk, sondern der Sprachgebrauch in den Mittelpunkt gerückt werden. „Im Rat ist der Konsens da, dass man dem Volk aufs Maul schauen muss“, sagte der Ratsvorsitzende Hans Zehetmair (CSU) Anfang Juli.

(dpa)
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J.Bogar



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BeitragVerfasst am: Sa Dez 31, 2005 3:44 pm    Titel: Antworten mit Zitat

[b]DER SPIEGEL 1/2006 - 31. Dezember 2005

URL: http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,392890,00.html

SPIEGEL folgt der Zehetmair-Kommission[/b]

Von seiner am Montag erscheinenden Ausgabe an folgt das Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL den bisherigen Ergebnissen des Rats für deutsche Rechtschreibung. Die von dem früheren bayerischen Kultusminister Hans Zehetmair geleitete Kommission hat die missglückte, seit dem 1. August 2005 aber in den meisten Bundesländern als verbindlich geltende Reform korrigiert, einige Empfehlungen wie die zur Groß- und Kleinschreibung stehen noch aus. Der SPIEGEL folgt insbesondere den Änderungen in der Getrennt- und Zusammenschreibung. "Sie sind eine Rückkehr zur Vernunft", sagt SPIEGEL-Chefredakteur Stefan Aust. Der SPIEGEL werde "die weiteren Empfehlungen sorgfältig analysieren und ebenfalls übernehmen, wenn sie so vernünftig sind wie die bisherigen".
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J.Bogar



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BeitragVerfasst am: Sa März 18, 2006 6:20 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Reform der deutschen Rechtschreibung

Seit dem Inkrafttreten der bis 1996 gültigen Regelungen zur deutschen Rechtschreibung von 1901/02 war – vor allem auf dem Hintergrund der Entscheidung von Einzelfällen – ein Dickicht von Sonderregelungen entstanden, das im Interesse der Schreibenden der Vereinfachung bedurfte. Das Erlernen der Rechtschreibung in den Schulen war zu kompliziert geworden. Diese Einschätzung wurde auch durch die Redaktion des Duden geteilt, die an den Beratungen zur Neuregelung teilnahm.

Ab Beginn des Schuljahres 1996/97 wurden die Neuregelungen in den Schulen ohne nennenswerte Probleme umgesetzt. Zur Beseitigung einzelner Unstimmigkeiten sowie zur Verbesserung der Akzeptanz bei den erwachsenen Schreibern bedurften jedoch einzelne Bereiche des Regelwerks – vor allem die Getrennt- und Zusammenschreibung – einer Überprüfung.

Die Kultusministerkonferenz beschloss dementsprechend im Juni 2004, einen Rat für deutsche Rechtschreibung einzusetzen; im Oktober 2004 erklärte die Kultusministerkonferenz, dass sie von dem einzurichtenden Rat entsprechend einer Beschlussfassung der Ministerpräsidentenkonferenz ggf. Änderungen in den Bereichen „Getrennt- und Zusammenschreibung, Fremdwörter, Interpunktion und Trennung“ erwarte.

Nach der Abstimmung mit den internationalen Partnern trat der Rat für deutsche Rechtschreibung am 17.12.2004 zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen; den Vorsitz übernahm Staatsminister a.D. Zehetmair. Laut Statut vom 17.06.2005 i.d.F. vom 16.01.2006 gehören zu den Aufgaben des Rats (vgl. Ziff. 1 des Statuts) insbesondere


die ständige Beobachtung der Schreibentwicklung,
die Klärung von Zweifelsfällen (der Rechtschreibung),
die Erarbeitung und wissenschaftliche Begründung von Vorschlägen zur Anpassung des Regelwerks an den allgemeinen Wandel der Sprache.


Der seit Einführung der Rechtschreibreform zum Schuljahr 1996/97 bestehende Übergangszeitraum für die Bereiche Getrennt- und Zusammenschreibung, Worttrennung und Interpunktion sowie für den Überschneidungsbereich von Getrennt- und Zusammenschreibung und Groß- und Kleinschreibung wurde in Bayern bis auf weiteres verlängert, um dem Rat Gelegenheit zu geben, Vorschläge hierzu vorzulegen. In diesem Übergangszeitraum wurden in den Schulen frühere Schreibungen nicht als Fehler gewertet, sondern als „überholt“ gekennzeichnet.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat in acht Sitzungen über die Bereiche der Getrennt- und Zusammenschreibung, Worttrennung und Interpunktion beraten und sich nach Durchführung eines Anhörungsverfahrens auf die Änderungsvorschläge verständigt, die den staatlichen Stellen nun zur Beschlussfassung vorliegen. Dazu gehören außerdem Änderungsvorschläge zur Groß- und Kleinschreibung (Einzelheiten: vgl. die als Anlage beigefügte Übersicht).

Bei den Vorschlägen des Rats handelt es sich um begrenzte Modifizierungen, insbesondere im besonders nachhaltig kritisierten Bereich der Getrennt- und Zusammenschreibung. Auf die wesentlichen vorgebrachten Kritikpunkte wurde eingegangen, das bisherige System der Regelung einschließlich der Zahl der Paragraphen wurde gewahrt. Der Bayerische Ministerpräsident hat bereits im letzten Jahr erklärt, den Vorschlägen des Rats folgen zu wollen; der bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus hat bei den Beratungen der KMK den Vorschlägen des Rats für deutsche Rechtschreibung zugestimmt.

Der Beschluss der KMK lautet wie folgt:

1. Die Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung bilden eine gute und tragfähige Grundlage für die Fortentwicklung der Rechtschreibung. Die Kultusministerkonferenz stimmt ihnen (vorbehaltlich der Zustimmung der Ministerpräsidentenkonferenz) zu und dankt dem Rat und seinem Vorsitzenden für die geleistete Arbeit.

2. Die Kultusministerkonferenz wird der Bundesregierung und den internationalen Partnern - den Unterzeichnern der Wiener Absichtserklärung - die gemeinsame Übernahme dieser Empfehlungen vorschlagen. Sie ermächtigt die Präsidentin, entsprechende Vereinbarungen zu unterzeichnen.

3. Die Geschäftsstelle des Rats für deutsche Rechtschreibung und das Institut für deutsche Sprache werden gebeten,


Regeln und Wörterverzeichnis entsprechend den Empfehlungen des Rats im Netz zugänglich zu machen und
die vorgelegte synoptische Übersicht in Form einer Sonderausgabe des "Spracheports" zu veröffentlichen und als Informationsmittel insbesondere auch für die Schulen zur Verfügung zu stellen.


4. Für den Umgang mit der deutschen Rechtschreibung gelten mit Beginn des Schuljahres 2006/2007 - also ab dem 01.08. 2006 – die folgenden Bestimmungen:


(1) Die Amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung in der Fassung von 2006 ist die verbindliche Grundlage des Unterrichts an allen Schulen.
(2) Die gültige Fassung von Regeln und Wörterverzeichnis (Stand 2006) ist im Internet zugänglich.
(3) Bis zum 31.07.2007 werden Schreibweisen, die durch die Amtliche Regelung (Stand 2006) überholt sind, nicht als Fehler markiert und bewertet.
(4) In Zweifelsfällen werden Wörterbücher zugrunde gelegt, die nach den Erklärungen des Verlages der Amtlichen Regelung (Stand 2006) vollständig entsprechen.



5. Schulbücher können weiter benutzt werden; sie werden im üblichen Erneuerungsturnus ausgetauscht.

6. Die Kultusministerkonferenz hofft, dass auch die bisher kritisch eingestellten Teile der Öffentlichkeit die Umsetzung der Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung als Konsensangebot verstehen und die jetzt gültigen Regeln und Schreibweisen übernehmen. Insbesondere appelliert die Kultusministerkonferenz an alle Verlage und Publikationsorgane, sich dem im Interesse der Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung anzuschließen.

Die bayerischen Schulen werden nach Zustimmung der Ministerpräsidentenkonferenz, der Bundesregierung und der internationalen Partner rechtzeitig vor Beginn des neuen Schuljahrs die notwendigen Informationen und Hilfen für eine reibungslose Umstellung des Rechtschreibunterrichts erhalten.

Nähere Informationen sind dem Internet-Auftritt des Rats für deutsche Rechtschreibung zu entnehmen; die Adresse lautet: www.rechtschreibrat.com


Zusammenfassung der wichtigsten Vorschläge des Rats für deutsche Rechtschreibung

Quelle:

http://www.km.bayern.de/km/aktuelles/03745/index.shtml
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J.Bogar



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BeitragVerfasst am: Do Aug 21, 2008 8:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Rechtschreibung und Grammatik
auf der Startseite der Homepage des bpv lassen grüßen!



" Deinstrechtsreform verfassungsgemäs?



Das neue Internetportal www.abi.de der Bundesagentur für Arbeit unterstützt Lehrerinnen und Lehrer dabei, Berufsorientierung aktuell, informativ und entsprechend der Bedürfnisse ihrer Schüler zu gestalten.



Positionen zur Bildungspolitik (Beschluss des dbb Gewerkschaftstages 2003)"

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