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Neues Argument gegen die überstürzte Einführung des G8

 
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BeitragVerfasst am: Sa Feb 07, 2004 1:06 am    Titel: Neues Argument gegen die überstürzte Einführung des G8 Antworten mit Zitat

Doppeljahrgang betrifft eine ganze Studiendauer

Das Argument des ersten Doppeljahrgangs, bei dem Bayern schneller sein muss, ist zu kurz gedacht. Es geht ja gar nicht nur um die Eingangsbedingungen an der Uni - die erhöhte Studentenzahl zieht sich ja bei gekürzten Mitteln für die Unis durch bis der erste Jahrgang draußen ist - viele Semester, in denen Bibliotheken, Computerräume Vorlesungssäle etc. überfüllt sind. Mehr als jetzt schon. Noch dazu, wo die anderen Bundesländer auch verkürzen und damit Doppeljahrgänge 'produzieren'?

Wann werden wir die ersten Eingangsprüfungen haben, um diesem Problem zu begegnen?

Warum geht Bayern nicht den intelligenten Weg, eine Schulzeitverkürzung sinnvoll zu planen und die Flut in den Unis erstmal abebben zu lassen? Bayerische Schüler und Abiturienten hätten dann nämlich tatsächlich einen Vorteil! Bayern will doch immer besser sein. Das wäre die Chance!

Der Geburtenrückgang befindet sich bereits in der Grundschule. Die 1. Klasse weist etwa 30% weniger Schüler auf als die 4. ! D.h.: Kommt G8 erst in 3 Jahren, so wird der Doppeljahrgang "nur" 140% und nicht 200% der jetzigen Studienanfänger betragen. Führt man dann G8 noch stufenweise ein, ist das Problem gelöst! Im Übrigen geht es nicht nur um Studienplätze sondern auch um Ausbildungsplätze, die von Abiturienten den R6-Absolventen und von diesen den Hauptschülern weggenommen werden.

Das ist doch ein ausgezeichneter Grund für ein Moratorium!

Die anderen Gründe der Staatsregieung für G8 sind doch äußerst dünn:
 Die Entlastung der Rentenkassen: 20000 zusätzliche Abiturienten, die unter den zu erwartenden Bedingungen (überfüllte Hochschulen in ganz Deutschland) wiederum nur zu einem geringen Bruchteil um ein Jahr früher in die Sozialsysteme einzahlen werden, sind im Ver-gleich zu den 450000 Arbeitslosen in Bayern eine quantité negligable.

 Die Verkürzung der Ausbildungsdauer: In den ersten fünf Jahren wird es wieder aus dem selben Grund garantiert nicht zu einer signifikanten Verkürzung kommen. Es könnte auch eine Menge Geld gespart werden, das für einen zeitweisen personellen Ausbau der bayerischen Hochschulen notwendig ist. Mit insgesamt 6 Jahrgängen G9 (neu) lohnt sich auch die Anschaffung neuer Schulbücher.
Und der Lehrplan, den man dann auch beurteilen kann...
 Es würden nicht Hunderttausende bayerische Schüler/innen als Versuchskaninchen missbraucht!
Ist das eine der Brücken, die wir der CSU bauen, damit sie ihr Gesicht nicht verliert? Bayern bleibt so reformfähig. Und alle profitieren davon!
Das Vernünftigste wäre in jedem Fall ein Moratorium um fünf Jahre. Unter diesen Umständen könnten die meisten auch eine Grundsatzentscheidung für G8 schlucken. In jedem Fall müssten aber alle Betroffenen in die konkrete Ausgestaltung mit einbezogen werden.
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Wilhelm E.
Gast





BeitragVerfasst am: Di Feb 10, 2004 7:12 pm    Titel: Neues Argument gegen die überstürzte Einführung des G8 Antworten mit Zitat

Hallo Mitstreiter,

zu dem Thema habe ich auf der Internet-Seite des Elternbeirats des Gymnasium Weilheim folgende Meinungsäußerung vom Vorsitzenden dieses Elternbeits (Dr. Günther Schatz) gefunden. Interessant ist hier
auch sein Bericht über eine Begegnung mit Frau Hohlmeier.

Grüße
Wilhelm E.



Hier die Meinungsäußerung:

G8 in Bayern bereits im Herbst 2004 – WARUM ?

Als Begründung für den Plan, das G8 bereits in 2004 in Bayern einzuführen, wird oft der Aspekt der limitierten Studienplätze ab den Jahren 2012 genannt. Diese Begründung wurde bei der G8-Regionalkonferenz („Roadshow“ des Kultusministeriums) am 30.1.04 in Schongau von Frau Hohlmeier besonders betont. Sie erwähnte, daß sogar schon Gespräche mit den Rektoren der bayerischen Universitäten stattfinden.

Ich möchte darlegen, warum ich diese Begründung zwar für vordergründig plausibel, aber für nicht stichhaltig und schon gar nicht für zwingend oder entscheidungsrelevant halte.

1) Ich erkenne, daß in der Güterabwägung die Ferne stärker gewichtet wird als die Nähe: die Vorsorge und Fürsorge für 18-jährige im Jahr 2012 wird intensiver betrieben als jene für 10- und 11-jährige in 2004. Das ist nicht einsichtig. Ab 2004 sind ohne die geforderten Vorbereitungen die Qualitätsrisiken für mehrere Jahrgänge sehr groß.

2) Wenn im Kultusministerium mit 8 Jahren Vorlauf über Universitätsprogramme geredet wird, aber den Lehrplankonzepten und der Lehrerqualifikation (z.B. für Natur + Technik) maximal 1/2 Jahr gegeben wird, dann schwindet jedes Vertrauen in Ernsthaftigkeit.

3) Wenn auf der einen Seite gesagt wird, daß an bayerischen Universitäten ca. 70% der bayerischen Schüler studieren, dann muß man auch erkennen, daß sich im später kommenden Doppeljahrgang (von G8+G9) primär die Abiturienten aus dem eigenen Land um die Studienplätze bewerben werden. Erst in zweiter Linie werden sie im Wettbewerb mit Abiturienten aus anderen Ländern stehen. Daher würde eine gestufte Einführung von G8 (je nach Voraussetzung der Schulen in den Jahren 2004-2006) mehr zur Entzerrung beitragen.

Fazit: Ich halte das Bild vom Wettlauf der Bundesländer um die früheste Einführung des G8 für eine zum Zwang stilisierte Falle! Derartig folgenreiche Entscheidungen müssen mit allen rationalen Mitteln bewertet werden. Hier wäre es fatal, der Mode, dem sportlichen Ehrgeiz oder gar einer suggerierten Torschlußpanik zu erliegen!

Ich hatte am 30.1. Gelegenheit, diese Sichtweise auch Frau Hohlmeier überzeugend darzulegen. In ihrer spontanen Antwort nannte sie dann eine andere Begründung: daß der "Krieg draußen im Lande um´s G8" bald zu Ende sein müsse. Ich glaube, daß damit ein gespenstisch falsches Bild gezeichnet wird. So werden die Beweggründe und die ehrlichen Vorschläge der meisten Gegner pauschal polarisiert. Einmal mehr das autokratische Muster "wer nicht mit uns ist, ist gegen uns". Werden so neue Gesetze legitimiert ?

Dr. Günther Schatz
(Vorsitzender des Elternbeirats am Gymnasium Weilheim i. Obb.)


PS: Um Mißverständnisse zu vermeiden soll hervorgehoben werden, daß der Elternbeirat am Gymnasium Weilheim mit großer Mehrheit für die Einführung des G8 ist – aber gekoppelt an die vielfach genannten Voraussetzungen und nicht gekoppelt an einen zu kurzen Termin.
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